1. März 2017 in Business Intelligence, Digitale Transformation, Projekte

Kinder sind dankbare Partygäste, ein paar Luftballons reichen schon. Doch dann betreten die Eltern einen Spielzeugfachmarkt und stellen fest: Sie haben die Auswahl zwischen hunderten von Luftballons, unterschieden durch zahlreiche Aufdrucke – Teenage Ninja Turtles, Micky Mouse, Biene Maja und einer Hundertschaft anderer Comic-, Serien- und Filmfiguren.

Und diese Vielfalt setzt sich fort. Auch anderes Partyzubehör, Dekorationsartikel und vieles mehr gibt es mit ganz unterschiedlichen Aufdrucken – mal neutrale Muster, mal bildliche Darstellungen, mal lizenzierte Figuren. Für einen Hersteller und Vertreiber wie Amscan Europe gehört diese Vielfalt zum Geschäft.

Das 1947 in den USA gegründete Unternehmen Amscan ist ein weltweit führender Hersteller und Vertreiber von Partyartikeln, Dekorationsartikeln und Kostümen. Es hat einen Jahresumsatz von rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Die Zweigstelle in Deutschland erwirtschaftet mit 160 Mitarbeitern 50 Millionen Euro Umsatz. Soweit klingt das solide mittelständisch, doch die Anzahl der Produkte ist ungewöhnlich: 8500 sind es.

Massengeschäft ist eine Herausforderung

„Unser Geschäft ist ein Massengeschäft und durch die enorme Menge an Produkten gekennzeichnet“, erklärt Frank Brünig, CFO,Amscan Europe GmbH. „Außerdem handelt es sich in der Mehrzahl um Cent-Artikel, für die aber teilweise Lizenzgebühren abzuführen sind, etwa für Disney-Produkte.“ Für das Unternehmen folgt daraus eine ganze Reihe von Herausforderungen:

  • Das Controlling benötigt präzise Berichte darüber, zu welchen Produkten Lizenzen in welcher Höhe abgeführt werden müssen. Dies ist vor allem wichtig, um unliebsame Überraschungen in Form von Nachzahlungen zu vermeiden.
  • Eine weitere wichtige Anforderung ist die Überprüfung der Margen. Der Markt, in dem sich Amscan bewegt, zeichnet sich durch Niedrigpreisartikel mit geringen Margen aus. Entscheidend ist hier, dass die Anzahl der verkauften Artikel genau nachverfolgt werden kann.
  • Party- und Dekoartikel sind sehr stark von der Jahreszeit, von Moden und Trends sowie von der Politik der Lizenzgeber abhängig. Ein Beispiel: Kino-Merchandising ist häufig nur kurz vor und nach dem Filmstart ein gutes Geschäft. Das Management muss solche Entwicklungen nachvollziehen und planen können.

Diese Herausforderungen sind ein typisches Einsatzfeld für Business Intelligence bzw. Business Analytics. Amscan nutzt die Branchenlösung VAI S2K des ERP-Anbieters VAI (Vormittag Associates Inc.). Vor kurzem hat Amscan die BI-Lösung S2K Analytics ausgerollt, um das Controlling und Reporting zu verbessern. Dabei handelt es sich um ein Web-basiertes BI-Werkzeug, das auf IBM Cognos basiert.

Vieldimensionale Datenwürfel

Dank der Flexibilität von Cognos sind alle Anforderung von Amscan erfüllbar, doch die Anwendung muss an die regionalen Anforderungen und die Produktpalette angepasst werden. Wegen der zahlreichen Dimensionen und der Vielzahl der Produkte ist das ein IT-Großprojekt, das nicht nebenbei erledigt werden kann. Amscan hat deshalb zur Unterstützung Objective Partner mit der technischen Konzeption und Umsetzung beauftragt.

Im ersten Schritt ging es darum, alle erforderlichen Berichte mithilfe von Cognos Report Studio zu erzeugen und dabei die Technologie der OLAP-Datenwürfel einzusetzen. Die Data Cubes erlauben Amscan eine mehrdimensionale Ansicht der Daten, etwa in der Dimension einzelner Kunden, der Lizenzgeber oder bestimmter Produkte, Produktgruppen oder Bildmotive.

„Das war ganz sicher kein Standardprojekt und wir haben dafür auch keine Standardlösung empfohlen“, sagt Andreas Klostermann, objective partner AG. Nach einer intensiven Analyse der Datenbankstrukturen konnte der IT-Dienstleister eine umfassende Lösung gestalten, die im Rahmen des vereinbarten Budgets verwirklicht werden konnte – keine Selbstverständlichkeit.

„Die Lösung hat uns von Anfang an überzeugt“, betont Frank Brünig, CFO,Amscan Europe GmbH. „Wir haben sehr viele kalkulatorische Dimensionen, die in unserem neuen täglichen Verkaufsbericht dargestellt werden müssen. Besonders wichtig für uns ist die übersichtliche Abbildung der umfangreichen Rabattstrukturen für unsere 2500 Kunden.“

Die erfolgreiche Einführung der Analytics-Lösung ist für Amscan ein weiterer Schritt in Richtung auf die umfassende Modernisierung und Digitalisierung der Geschäftsprozesse. Bereits vor kurzem hat Amscan einen B2B-Shop eingeführt, der den Kunden die Auswahl und Bestellung der Produkte deutlich erleichtert. Als nächstes steht der elektronische Rechnungsversand auf dem Plan, einer von vielen Schritten weg vom „Papierkrieg“ und hin zu digitalen Prozessen.

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